Neue Nach­hal­tig­keits­kri­te­rien der AKB Stel­lung­nahme zu den Nach­hal­tig­keits­kri­te­rien der Aargaui­schen Kanto­nal­bank

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  • Stellungnahme zu den Nachhaltigkeitskriterien der Aargauischen Kantonalbank

Blühende Hoch­stamm-Kirschbäume im Fricktal

Die AKB vergibt seit diesem Jahr keine Kredite mehr an Schnaps­pro­du­zenten. Das finden wir nicht gut! Jedoch haben wir Verständnis, dass die AKB in Zukunft auch nach nach­hal­tigen Krite­rien wirt­schaften möchte. Denn Humbel tut dies schon seit vielen Jahren.

Kulturgut und Land­schaft, 1)

Im Schnitt brennt Humbel 500 bis 600 Tonnen Früchte jährlich, davon sind zwei Drittel Kirschen und Zwetschgen aus der Nord­west­schweiz, gross­mehr­heit­lich von ökolo­gisch wert­vollen Hoch­stammbäumen. Damit sichern wir die Exis­tenz von bis zu 10 000 Bäumen. Knapp 10 Prozent der Schweizer Brenn­kir­schen und -zwetschgen werden in Stetten destil­liert. Seit 1995 brennen wir Sorten­reine Kirschbrände und haben dem Kulturgut Schweizer Kirsch zu neuem Ansehen verholfen. Wir trugen indi­rekt dazu bei, dass ein Teil der land­schafts­bil­denden Streu­obst­wiesen im Fricktal, Basel­biet und Schwa­rz­bu­ben­land noch stehen. Alle anderen Früchte beziehen wir aussch­liess­lich aus der Schweiz. Humbel trägt also zur Biodi­versität in der Schweiz bei.

Bio und Fair Trade

Im Jahr 1995 haben wir das erste Mal Bio-Kirschen destil­liert und seither das Bio-Obst­brand-Sorti­ment stetig ausge­baut. Wir impor­tieren aussch­liess­lich bio-zerti­fi­zierte Spiri­tuosen, wo möglich mit einer Fair­trade-Zerti­fi­zie­rung. Der Bio-Anteil macht heute bei uns schon weit über 50 Prozent des verkauften Alko­hols aus. Und er wächst ständig weiter. Unser Nach­hal­tig­keitsen­ga­ge­ment bezeugen wir mit der Zusam­me­n­a­r­beit von Label-Orga­ni­sa­ti­onen wie Bio Suisse, Hoch­stamm Suisse, Pro Specie Rara, Slow­Food und Suisse Garantie. In Deut­sch­land hat Humbel zusammen mit dem Bio-Weinhändler Peter Riegel vor mehr als zwanzig Jahren die Dschinn GmbH gegründet und aufge­baut. Sie vertreibt heute ein komplettes Bio-Spiri­tuosen-Sorti­ment in Deut­sch­land. Humbel unterstützt also nach­hal­tigen Obstbau und Ernährung.

Alkohol als Genuss­mittel, 2)

Humbel ist sich der Alko­hol­pro­ble­matik bewusst und geht in Verkauf und Marke­ting verant­wor­tungs­voll mit den Destil­laten um. Wir verkaufen keine Alco­pops und lehnen eine Discount-Stra­tegie ab. Bio-Destil­late, Schnaps von Hoch­stammbäumen, Fair-Trade-Brände: Alle stehen sie für hohen Genuss und sollen zur Lebens­freude beitragen. Dies will aber auch mit Verstand genossen sein. Wir halten es mit Para­celsus: «Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift; allein die Dosis machts, dass ein Ding kein Gift sei.»

Alkohol in der Weiter­ver­a­r­bei­tung

Kapp 50 Prozent unserer Brände werden weiter­ver­a­r­beitet. Es entstehen unter anderem Kirschstängeli, Pralinen, Torten, Fondue-Mischungen, Birn­brote oder homöopathi­sche Tropfen. Wir liefern Schnaps als biolo­gi­schen Konser­vie­rungs­stoff für Halb­fa­bri­kate und als biolo­gi­sches Reini­gungs­mittel für Maschinen in der Nahrungs­mit­tel­in­dus­trie. Zu Beginn der Corona-Pandemie im Frühling 2020 haben wir inner­halb von wenigen Wochen rund 50 000 Liter Desin­fek­ti­ons­mittel herge­stellt. Der Anwen­dungs­be­reich der Destil­late für Nahrungs­mit­tel­in­dus­trie und Medizin ist breit und auch diesen Geschäftsbe­reich tätigen wir mit Enga­ge­ment und Überzeu­gung.

Sozial und ökolo­gisch

Wir haben flache Hier­a­r­chie-Stufen, langjährige Mita­r­bei­te­rinnen und Mita­r­beiter, die gefördert und gefor­dert werden. Der Chef konnte sich auch schon mal ein Jahr Auszeit nehmen. Wenn wir gute Ergeb­nisse erzielen, gibt es für alle einen Bonus und für die Mita­r­bei­tenden mit Kindern zusätzlich freie Tage. Wir beziehen AKW-freien Strom, seit es dieses Angebot gibt, erar­beiten und setzen Energie- und CO2-Reduk­ti­ons­ziele um, unsere Betriebs­handys sind Fair­phones. Mit der Abwärme der Bren­nerei heizen wir Betrieb, Büro und ein Haus. Und wir sollten und wollen noch mehr tun, spätestens in der nächsten Erneu­e­rung im Betrieb. Dafür braucht es Banken, die unser Enga­ge­ment unterstützen.

Mit ihrem Entscheid, die Aargauer Bren­ne­reien von der Kredit­ver­gabe auszu­sch­liessen, schiesst die AKB jedoch übers Ziel hinaus. Wir erwarten, dass die Aargauer Kanto­nal­bank auf Ihren Entscheid zurückkommt.

Lorenz Humbel

Kirsch­brenner aus Leiden­schaft

Stetten, März 2022

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