30 Jahre Bio Über­zeu­gung aus Leiden­schaft

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  • Überzeugung aus Leidenschaft

Als wir vor 30 Jahren den Schritt wagten, in unserer Bren­nerei die Produk­tion und das Produkt­sor­ti­ment mit Bio-Destil­laten zu erwei­tern, war das kein Marke­ting-Gag. Es war eine Entschei­dung aus Überzeu­gung – und aus Verant­wor­tung. Verant­wor­tung gegenüber der Natur, gegenüber den Menschen, die unsere Produkte trinken, und gegenüber den künftigen Gene­ra­ti­onen, die auf gesunde Böden und sauberes Wasser ange­wiesen sind.

Damals war Bio noch kein Trend. Es war eine Vision. Eine, die unser Geschäftsführer, Lorenz Humbel, mit viel Mut und Pionier­geist voran­trieb.

„Wir haben schon früh gespürt: Es geht nicht nur um guten Schnaps, sondern darum, wie wir ihn herstellen. Der Schritt zur Erwei­te­rung von Bio war für uns eine logi­sche Konse­quenz – denn kurz und einfach gesagt, ist Bio einfach gut.“

– Lorenz Humbel, Geschäftsführer der Humbel Bren­nerei

Heute – drei Jahr­zehnte später – ist diese Vision Alltag bei uns. Und dennoch ist sie alles andere als selbst­verständlich.

Um etwas hinter die Kulissen blicken zu können, haben wir Lorenz ein paar Fragen gestellt. Im Inter­view lest ihr selbst, welche Gründe es für ihn gab vor 30 Jahren mit Bio-Schnäpsen zu starten und wohin die Zukunft für ihn gehen könnte.

Humbel: Was hat dich, Lorenz, dazu bewogen, Bio Destil­late herzu­stellen?
Lorenz: Mich persönlich haben die Ziele der Bio-Land­wirt­schaft überzeugt und als dann ein Kirschen-Liefe­rant auf Bio umge­stellt hat, haben wir die Chance genutzt und 1995 die ersten Bio-Kirschen destil­liert.

Humbel: Hattest du damals Heraus­for­de­rungen mit der Umstel­lung, egal ob Finan­ziell, Familiär oder durch die Kund­schaft?
Lorenz: Die Heraus­for­de­rung lag im eigent­li­chen nur darin, die Kund­schaft dafür zu finden. Anfangs passten für viele Kund:innen Alkohol und Bio einfach nicht zusammen.

Das wir dann ausge­rechnet an den Bio-Pionier Rapunzel gleich Palet­ten­weise liefern konnten und somit den Durch­bruch in Deut­sch­land geschafft haben, freut mich deshalb umso mehr.

Humbel: Was bedeutet es dir heute zu sehen, dass wir so gut aufge­stellt sind?
Lorenz: Dank Bio konnten wir uns in Deut­sch­land und Europa etablieren und zusammen mit Peter Riegel Wein­im­port, die Dschinn Bio-Spiri­tuosen-Vertriebs­ge­sell­schaft gründen. Das war ein grund­le­gender Schritt in die biolo­gi­sche Zukunft. Denn dank dieser Zusam­me­n­a­r­beit können wir heute ein komplettes Bio-Spiri­tuosen-Sorti­ment auch für die Schweiz anbieten.

Humbel: Was wünschst du dir für die (biolo­gi­sche) Zukunft der Bren­nerei?
Lorenz: Dass wir auch noch bei den Obstbränden den Bio-Anteil weiter stei­gern können. Gin, Whisky, Rum, Liköre u.a.m. bieten wir ja bereits aussch­liess­lich in Bio Qualität an.

Nach diesem span­nenden Einblick in die Produkt-Erwei­te­rung in Sachen Bio-Qualität fragen wir uns:

Was ist eigent­lich Bio?

„Bio“ ist mehr als ein grünes Etikett. Es bedeutet, dass die Früchte, die ihren Weg in unsere Flaschen finden, ohne chemisch-synthe­ti­sche Pflan­zen­schutz­mittel wachsen dürfen. Dass wir die Natur unterstützen. Dass wir den Kreis­lauf­ge­danken ernst nehmen – von der Obst­wiese bis zur Flasche. Aber bitte vergesst nicht: Nicht jede Flasche unserer Fruchtbrände und Destil­late sind reine Bio-Produkte. So einfach das klingt, ist es dann eben doch nicht:

Produkte mit Bio-Zerti­fi­zie­rung müssen strenge Richt­li­nien einhalten: keine Pesti­zide, keine gentech­nisch veränderten Orga­nismen, trans­pa­rente Produk­ti­ons­ketten. Für uns ist das keine Belas­tung, sondern ein Verspre­chen – an unsere Kundinnen und Kunden, an unsere Frucht-Produ­zent:innen, an die Umwelt. Und doch sind es eben (noch) nicht alle Produkte in unserem Sorti­ment.

Woran das liegt?

An vielen Punkten, zum Beispiel, weil wir die benötigte Menge in der Qualität nicht bekommen, oder es noch zu wenige Bio-Bauern gibt, die die von uns gewollten Früchte in Bio-Qualität anbieten. Aber auch wenn wir heute noch nicht all unsere Schnäpse in Bio-Qualität herstellen können, so stehen wir mit unserem Namen für Qualität, Nach­hal­tig­keit und Genuss ein. All unsere Früchte stammen aus der Schweiz, werden mit kurzen Liefer­wegen zu uns in unsere Bren­nerei gebracht und dort in einem sorgfältigen Prozess zu «einfach gutem» Schnaps destil­liert.

(Bio-)Qualität schmeckt – und wie!

Viel­leicht fragt man sich: Schmeckt man (Bio-)Qualität im Glas? Unsere Antwort: Ja, und wie!

Ein Bio-Schnaps wird oft als gehalt­voller, aroma­ti­scher und viel­schich­tiger wahr­ge­nommen. Das liegt daran, dass biolo­gisch ange­bautes Obst langsam wachsen darf. Es entwi­ckelt inten­si­vere Aromen, tiefere Geschmacks­noten – kurz: Charakter.

Dieser Anbau, ebenso wie die Mass­nahmen weiterhin Qualitäts- und Hoch­stamm-Früchte anzu­bauen, sind mit Aufwand und teil­weise finan­zi­ellen Risken für unsere Frucht-Produ­zent:innen verbunden. Was das im Konkreten heisst: Auch wenn Bio heute schon fast Stan­dard ist, so ist es nach wie vor so, dass wir uns dessen bewusst sein werden, bezie­hungs­weise müssen und wir nicht vergessen dürfen, für Gutes im Glas, auf dem Teller oder am Körper, werden Rohstoffe verwendet, deren Produk­tion fair entlöhnt werden soll – das darf und soll auch der Endkon­su­ment würdigen. Ein fairer Preis für ein nach­haltig produ­ziertes Produkt mit Geschmack für puren Genuss!

Ob unsere Willi­ams­birne, der Kirsch oder der feine Quit­ten­brand – sie alle erzählen nicht nur von Hand­werk, sondern auch von Herkunft. Von gesunden Bäumen, reifen Früchten und scho­nender Vera­r­bei­tung. Wer einmal mit allen Sinnen probiert, merkt schnell den Unter­schied.

Wir stehen zu (Bio-)Qualität – auch bei Importen

Nicht alle Produkte aus unserem Sorti­ment dürfen wir selbst herstellen. So zum Beispiel der Cognac oder Tequila, welches beide Produkte mit einer geschützten Herkunfts­be­zeich­nung sind. Heisst einfach erklärt, dass beispiels­weise der Cognac nur in der Region Départe­ments Charente und Charente-Mari­time sowie kleine Teile angren­zender Gebiete produ­ziert werden darf. Weiter sind die Bestim­mungen für deren Produk­tion ins Detail defi­niert: Es dürfen nur bestimmte Trau­ben­sorten verwendet werden, der Wein muss nach tradi­ti­o­nellen Methoden zwei­fach in Kupfer­brenn­blasen destil­liert werden und auch die Reifung ist klar gere­gelt. Die Produk­tion solcher geschützer Destil­late unter­liegt somit strengen Kontrollen und der Bezeich­nungs­schutz wird inter­na­ti­onal durch – in diesem Fall – die französische Behörde INAO überwacht. Auch wenn es für uns machbar wäre, ein Cognac oder Tequilla selbst zu produ­zieren, so dürften wir das fertige Produkt im Anschluss nicht so benennen. Dahinter stehen wir und sind uns einig, Tradi­ti­onen dürfen gewährt und gelebt werden. Um doch ein vollumfängli­ches Angebot an Destil­laten bieten zu dürfen, haben wir uns dazu entschieden, unserer Linie bei Import-Produkten treu zu bleiben: Wenn wir nicht selbst produ­zieren können, dann setzen wir auf Partner, die eben­falls mindes­tens Bio-zerti­fi­ziert arbeiten.

Trans­pa­renz und Qualität sind für uns keine Kompro­misse. Wir wollen wissen, woher ein Produkt kommt – und dass es dort genauso verant­wor­tungs­voll erzeugt wurde, wie wir es bei uns tun würden.

Label-Salat? Nicht mit uns.

In einer Welt voller Siegel, Zerti­fi­kate und Abkürzungen kann man leicht den Überblick verlieren. Wir verstehen das – und halten es deshalb bewusst einfach.

Für uns zählt, was drin ist: Gutes, ehrli­ches Hand­werk. Sorg­falt. Nach­hal­tig­keit. Und der feste Wille, ein Produkt herzu­stellen, das nicht nur schmeckt, sondern auch Sinn ergibt – für Mensch und Umwelt.

All unsere (Bio-)Labels stehen nicht für Komplexität, sondern für Klar­heit. Für Vertrauen. Für Genuss mit gutem Gewissen.

30 Jahre sind erst der Anfang

Drei Jahr­zehnte Bio-Produk­tion – das ist für uns ein Grund zur Freude, aber kein Anlass, sich auszu­ruhen. Wir wissen, dass der Weg weiter­geht: mit neuen Ideen, neuen Heraus­for­de­rungen – und immer mit dem glei­chen Herz­blut, das uns seit 30 Jahren antreibt.

Danke an alle, die diesen Weg mit uns gehen: unsere Produ­zen­tinnen, unsere Kundinnen, unser Team. Und natürlich: Danke an die Natur. Ohne sie gäbe es keinen Grund zu feiern – und keinen guten Schnaps.

Kurz vor Schluss haben wir noch eine kleine Umfrage für euch – unsere liebsten Kund:innen und Geni­esser:innen: Was bedeutet Bio für euch? Worauf legt ihr den Fokus? Und das Wich­tigste zum Schluss: Darf Bio mehr kosten?

In diesem Sinne: auf die nächsten 30 Jahre. Prost!

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